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Sicherung nach 17 Tagen an der Autobahn geglückt

  • Autorenbild: Suchhunde & Kitzrettung Adenau
    Suchhunde & Kitzrettung Adenau
  • 24. März
  • 4 Min. Lesezeit

20. März - Internationaler Tag des Glücks – Happy End für Baghira!


Baghira, eine nachtschwarze Wohnungskatze, verschwand am Autobahnparkplatz Schalkenmehren an der A1. Auf der Durchreise von der Ukraine nach Frankreich lief sie in der Nacht vom 3. März in die Dunkelheit hinaus – und wurde trotz langer Suche von ihrer Besitzerin nicht gefunden.


Gleich am nächsten Tag bekamen wir den Hilferuf der Besitzerin vom Tierheim Altrich. Sofort schalteten wir unsere Ehrenamtlerin Nina ein, die gleich ihr Pfotenengel-Team "Tiersicherung" mobilisierte. Die Pfotenengel sind eine private und vereinsunabhängige Gruppe mit Ehrenamtlichen, die sich im Kreis Cochem und mittlerweile bis zu 80 Kilometer rund um Kaisersesch dem Tierschutz verschrieben haben. Mit ihrer Kollegin Elke fuhr Nina eine Stunde nach Eingang der Meldung zur Entlaufstelle für eine Ortskontrolle. Parallel wurden weitere Ehrenamtliche aus ihrem Team aktiviert, das sich auf solche

schwierigen Sucheinsätze spezialisiert hat - denn hier sind viel Geduld, Taktik und Feingefühl gefragt. Schnell war allen klar, dass für diese Aufgabe nicht nur eine oder zwei Personen nötig waren, so dass Pfotenengel Hannah und Jenny sich sofort bereit erklärten, im Hintergrund alle notwendigen Schritte für die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden/Stellen einzuleiten.


Die nächsten Tage waren geprägt von intensiver Suche. Jeden Tag bis zu 10 Stunden – oft vor und nach dem eigenen Arbeitstag, oft bis spät in die Nacht und bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt suchten die Ehrenamtlichen Hinweise nach Baghira. An der Entlaufstelle richteten sie überwachte Futterstellen ein und kontrollierten sie täglich. Parallel veröffentlichten sie in den Medien Suchmeldungen, hängten weitläufig Flyer auf und informierten Anwohner in der näheren Umgebung.


Durch die gute Zusammenarbeit mit anderen Vereinen waren mehrfach auch Suchhunde vor Ort. Zusätzlich unterstützte ein

Drohnenpilot des Vereins „Suchhunde & Kitzrettung Adenau am

Nürburgring e.V.“ die Suche. Das Team vermutete, dass die Hauskatze sich nicht allzu weit vom Entlaufort entfernen würde – und tatsächlich bestätigten die Hunde diese Vermutung, so dass die Pfotenengel ihre Suche und die Hoffnung nicht aufgaben. Mehr als zwei Wochen war Nina mit bis zu vier Doppelteams rund um die Entlaufstelle vor Ort. Irgendwo musste Baghira sein!


Nächtelang saßen die Pfotenengel auf dem Parkplatz auf der Autobahn und im angrenzenden Feld. Teilweise zu Fuß, aber auch von ihrem Überwachungsposten aus wurde mit Wärmebildkameras, Nachtsichtgeräten und Ferngläsern die Gegend weitläufig abgesucht. So vergingen die Wochen mit der Suche nach einem Phantom, doch Baghira blieb wie vom Erdboden verschluckt.


Dann erschien nach zwei Wochen plötzlich eine Katze auf den

Überwachungsbildern! Der zweite Einsatz mit Drohne und

Wärmebildunterstützung hatte am 15. Tag den Durchbruch gebracht - und Baghira wurde sofort eindeutig identifiziert. Leider bestätigte sich die schlimme Befürchtung, dass Baghira offensichtlich regelmäßig die Autobahn überquerte. Nachts hielt sie sich in der Nähe der Entlaufstelle auf, um dort auf ihr Frauchen zu warten, ging aber tagsüber zum „Schlafen“ auf die andere Autobahnseite, die weniger hektisch war.


Voll neuer Hoffnung verbrachten unsere Ehrenamtlichen zwei weitere Tage damit, vor Ort immer wieder nach Baghira zu suchen. Am 17. Tag der Suche schließlich war es so weit: Frühmorgens sahen Nina und Jessy sie auf einmal an einem Weg sitzen! Sofort wurden mehrere Lebendfallen gezielt im Gebiet aufgestellt, und dann hieß es warten und hoffen. Einige Ehrenamtliche überwachten sicherheitshalber den

Autobahnparkplatz, während Nina und Jessy, später auch Elke, geduldig über 12 Stunden im Feld saßen und im Stundentakt die Fallen

kontrollierten, denn Lebendfallen dürfen niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Mit Wärmebildkameras, Ferngläsern, Funküberwachungskameras und Nachtsichtgeräten konnten sie aus sicherer Entfernung alles im Blick haben. Um 21 Uhr schließlich schnappte die Falle zu!


Als reine Wohnungskatze (und dann noch mit Halsband und Glöckchen)

hatte Baghira in der freien Wildbahn eigentlich kaum Überlebenschancen, denn entgegen der landläufigen Meinung können Hauskatzen nicht allein auf Dauer in der Natur überleben. Nur dank des unermüdlichen Einsatzes der Ehrenamtlichen konnte sie nach 17 Tagen lebend und sogar in einem verhältnismäßig guten Zustand gesichert werden. Noch in der Nacht wurde sie mit einer Infusion versorgt und zog dann bei Pfotenengel Jessy ein, die eine erfahrene Pflegestelle ist. Dort erholt sich Baghira erst einmal von ihren unfreiwilligen Strapazen und bekommt Aufbaunahrung, damit sie ihr verlorenes Gewicht wieder zunehmen kann.


Nach insgesamt über 4000 km hin zum Einsatzort (auf eigene Kosten, denn Tierschutz ist Ehrenamt!) und bis über 100 Stunden, die jede einzelne Person investiert hat, hat sich die Hartnäckigkeit des Pfotenengel-Teams mehr als gelohnt! Auch wenn manchmal kaum Hoffnung bestand, hat sich wieder gezeigt, warum Aufgeben keine Option ist. Deshalb geht ein großes Dankeschön an unsere Pfotenengel!!! Ob Nina und Elke als Einsatzleitung und 24/7 im Einsatz, Jessy & Jessy vor Ort, Hannah im Backoffice, Irene & Anja im Autobahn-Team, Jenny im Backoffice und aktiv vor Ort, Frank als Helfer, und

natürlich Susi & Michael (Suchhunde & Kitzrettung Adenau am Nürburgring e.V., sowie Drohnenpilot) – ohne ihr Engagement für den Tierschutz wäre eine erfolgreiche Sicherung nicht möglich gewesen.

Nicht nur bei Baghira helfen die Pfotenengel unentgeltlich: bei Such- und Sicherungseinsätzen vor Ort an der Entlauf- oder Fundstelle, aber auch z.B. bei der Beratung hilfesuchender Besitzer, deren Tiere vermisst werden – egal ob Hund, Katze, Pferd, Schaf oder Schildkröte! Sie arbeiten dabei auch mit den zuständigen Behörden, Tierheimen/-schutzvereinen, Pettrailern (Suchhunden), Drohnenpiloten, Jägern/Jagdpächtern, Polizei, Feuerwehr, THW und anderen Stellen zusammen. Sie reagieren in der Regel sofort, sind im Notfall 24/7 telefonisch erreichbar und je nach Einsatz auch sofort einsatzbereit. Kein Wunder, dass sie in den letzten vier Jahren immer bekannter

geworden sind!


Wer die Arbeit im Tierschutz und das Engagement der Pfotenengel unterstützen möchte, darf gerne unter dem Verwendungszweck „Baghira“ etwas zu den entstandenen Benzinkosten beisteuern.

Darüber würden sich alle Pfotenengel sehr freuen - und wir freuen uns jetzt erst einmal, dass es Baghira gut geht!


Euer Eifeltierheim Altrich e.V., der Förderverein Eifeltierheim e.V. und die Pfotenengel


Spenden mit dem Verwendungszweck „Baghira“ bitte an den:

Förderverein Eifeltierheim e.V.

Postfach 13 15

54503 Wittlich

email: info@foerderverein-eifeltierheim.de


Spendenkonto:

Förderverein Eifeltierheim e. V.

IBAN: DE33 5875 1230 0032 1295 20

BIC: MALADE51BKS

Sparkasse Mittelmosel




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